Karriere zur Führungskraft

Heike - Leiterin einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderung

Heike hat schon eine beachtliche Karriere hier im Oberlinhaus hinter sich. Dabei hat sie zunächst als ungelernte Quereinsteigerin in der Pflege von Menschen mit Behinderung begonnen. Hier berichtet sie, wie sie auf ihrem Weg zur Leiterin eines ganzen Bereiches viel Wertschätzung erfuhr, aber auch von leidvollen Erlebnissen und von ihren Ideen, Menschen mit Behinderungen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen:

  • Frage 1: Wie bist du ins Berufsleben gestartet?

    Also, eigentlich bin ich Gärtnerin, habe in dem Beruf aber nie gearbeitet. Ich hatte einfach höhere Ziele und wollte schon immer mit Menschen arbeiten. So lernte ich über den Tipp einer Bekannten das Oberlinhaus mit der damaligen Wohnstätte für erwachsene Menschen mit körperlicher und Mehrfachbehinderung kennen, sah das als Perspektive und fing hier sofort als Ungelernte an: ein toller Job, wie sich sofort herausstellte. Um aber zu lernen, wie man Menschen rundum professionell pflegt, habe ich recht bald eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin begonnen. Hier wurde mir beigebracht, wie ich andere Menschen richtig wasche und anziehe, wie ich sie beim Essen und in ihrer Freizeit unterstützen und sogar nachts für sie da sein kann.

  • Frage 2: Konntest du dich danach beruflich weiterentwickeln?

    Oh, ja. Es ging danach Schlag auf Schlag weiter: Schon kurz nach der Ausbildung wurde mir angeboten, die Leitung der Wohnstätte in den Oberlin Lebenswelten zu übernehmen. Ich freute mich darauf, mehr Verantwortung zu bekommen – und das alles in dem Unternehmen, in das ich als Ungelernte hineinkam. Ich konnte ab sofort die Arbeit mit Menschen mit Behinderung mitgestalten. Ich wollte diese Arbeit weiterentwickeln und unseren Bewohnerinnen und Bewohnern die Chance auf ein möglichst selbstständiges Leben bieten.

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  • Frage 3: Was genau wolltest du für Menschen mit Behinderung erreichen?

    Dass neu gedacht werden musste, lässt sich anhand eines traurigen Erlebnisses erklären: Ein etwa 40-jähriger Mann kam damals nach einem Schlaganfall zu uns in die Eingliederungshilfe. Da er nicht in einem Pflegeheim untergebracht war, übernahm die Pflegeversicherung die Kosten nicht. Die Familie musste dafür aufkommen. Als deren Ersparnisse aufgebraucht waren, kam er ins Pflegeheim. Wir konnten ihn bis dahin mit speziell abgestimmten Therapieprogrammen fördern. Die großartigen Fortschritte, die er dabei gemacht hatte, konnte er im Pflegeheim aber nicht fortsetzen. Ein Vierteljahr später starb er. Da wurde mir klar, dass Menschen mit Schädelhirnverletzungen mitunter eine bessere therapeutische Begleitung benötigen. Es war höchste Zeit für einen völlig neuen Ansatz in der Behindertenhilfe. Und so entstand das Konzept des Übergangswohnens.

  • Frage 4: Wie unterstützt der Arbeitgeber Oberlinhaus deine Arbeit?

    Zunächst möchte ich sagen: Meine Arbeit hier im Oberlinhaus ist mein Leben. Hier konnte ich mich verwirklichen. Hier bin ich menschlich und beruflich über mich hinausgewachsen. Und unsere Geschäftsleitung hat mich bei meinen großen Ideen immer unglaublich gut unterstützt. Sie lässt mir freie Hand und zeigt mir und meinem Team regelmäßig Bewunderung und Wertschätzung. Und obwohl ich als Leiterin eines großen Bereichs stark eingespannt bin, wurde mir die Möglichkeit eingeräumt, eine berufsbegleitende Ausbildung zu beginnen. Ich möchte nämlich das Konzept der Eingliederungshilfe auch in der Pflege einbringen, brauche dazu jedoch noch mehr Wissen. Darum studiere ich aktuell Pflegemanagement im Fernstudium und bin kurz vor meinem Abschluss.

    Welche Weiterbildungsmöglichkeiten wir dir im Oberlinhaus regelmäßig bieten, erfährst du übrigens hier >>

  • Frage 5: Würden deine Mitarbeitenden dich als eine gute Chefin bezeichnen?

    Oh, ja, das hoffe ich doch! Ich denke wirklich, dass sie das tun. Ich möchte für mich und meine Kolleginnen und Kollegen, dass sie sich morgens im Spiegel ansehen können, dass sie ihre Arbeit gern machen und stolz darauf sind, was sie tun. Das vermittele ich ihnen jeden Tag. Ich denke nämlich, dass jeder Mensch auf seine Arbeit stolz sein sollte. Mein Team soll nicht nur die ausgetretenen Pfade gehen dürfen, sondern um die Ecke denken und dem Oberlinhaus und seiner Arbeit eine Seele geben dürfen.

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Der Film mit Heike

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